Teneriffa. Für den Deutschen Karateverband war es die erfolgreichste Europameisterschaft der Leistungsklasse aller Zeiten. Großen Anteil hatte das Geschwisterpaar Noah und Jana Bitsch. Diese konnten gleich vier Medallien mit nach Hause nehmen. In der Kategorie -75 kg konnte Noah in der ersten Runde Brown aus England mit 2:1 besiegen.

In den weiteren Partien hatten ein Serbe 1:0, Spanier 8:0, und ein Russe 8:0, das Nachsehen. Um den Einzug in das Finale war die Partie gegen den alten und neuen Europameister Busa aus Italien lange ausgeglichen. Trotz kämpferischer Überlegenheit gelang Busa 30 Sekunden vor Schluss einen Treffer, den Noah nicht mehr ausgleichen konnte. Damit hieß es jetzt um Bronze zu kämpfen. Hier besiegte er einen Mazedonier 8:0 und konnte seine erste Medaille in Empfang nehmen.

Jana Bitsch ließ in allen Vorrunden der Gewichtsklasse -55kg keinen Zweifel aufkommen, wer zu den besten Damen Europas gehört. Nach Siegen über eine Slowakin 1:0, Montenegrinerin 1:0, der Vizeweltmeisterin aus Italien 1:0, besiegte sie um den Einzug ins Finale die Luxemburgerin mit 3:0.
Im Finale verlor sie denkbar knapp mit 1:2 gegen die amtierende Weltmeisterin aus Kroatien und freute sich über Silber.
Bei den Teamwettbewerben konnten die jungen Damen um Jana in der ersten Runde nicht an den späteren Europameisterinnen vorbei ziehen. In der Trostrunde besiegte das Team drei Nationen und holten sich letztendlich die Bronzemedaille.


Das Herren-Team um Noah machte es spannend und zog nach vier gewonnen Partien ins Finale ein. Im Finale standen ihnen die routinierten Türken, die mehrfachen Europa und Weltmeister gegenüber. Die Turnhalle von Adeje verwandelte sich in einen Hexenkessel, die Halle kochte vor Emotionen.
In dieser Mannschaftsbegegnung ging der erste Kampf unentschieden aus. Danach konnte Jonathan Horne und Noah ihre Partei gewinnen. Somit reichte dem Deutschen Team ein Unentschieden in der vierten Begegnung. Hiermit wurde das Deutsche Team zum ersten Mal in der Geschichte Team-Europameister.

Das Kata-Team des USV Erfurt Sabine Schneider, Franziska Krieg und Denise Pawlowsky konnte seinen dritten Platz erfolgreich verteidigen. In der Vorrunde unterlagen die Erfurterinnen nach einem ersten 5:0 gegen Griechenland den späteren zweitplatzierten Spanierinnen. In der Trostrunde sicherten sich Sabine, Franziska und Denise dann mit 5:0 gegen die Türkei souverän die Bronzemedaille

Mit einem 7. Platz leistete Florian Genau mit dem Kata Team Herren ebenfalls einen Beitrag zum Gesamtergebnis der Deutschen Athleten.
Heiko Genau/Mandy Biskup, Fotos: Christian Grüner

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