Der Termin steht in keinem Wettkampfkalender, es gibt keine Preisgelder und man kann auch keine Meistertitel gewinnen. Und trotzdem ist es zur Tradition geworden, sich einmal im Jahr zu treffen…

Bereits zum 14. Mal trafen sich junge Sportlerinnen und Sportler aus den Landessportjugenden Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Bayern zum Sportjugendländertreffen. In diesem Jahr war die Sportjugend Mecklenburg-Vorpommern ein hervorragender Gastgeber. Sie sorgte in Salem, am schönen Kumerower See, für einen würdigen Rahmen und gab den Teilnehmern die Möglichkeit sich bei Sport, Spiel und Geselligkeit besser kennenzulernen und über Sportart- sowie Ländergrenzen hinweg neue Kontakte zu knüpfen. Und wirklich: Es kamen durch die geografischen, kulturellen und soziologischen unterschiedlich geprägten Lebensweisen die Teilnehmenden zusammen; „Ost“ und „West“, „Nord, Mitte und Süd“ setzten sich in diesen Tagen intensiv miteinander auseinander, lernten sich kennen und tauschten sich ausgiebig aus. Der Abbau von Vorurteilen und Ressentiments – soweit sie bestanden – wurde durch diese Tage in Salem weiter voran getrieben.

Übrigens: Die „Belagerung“ Salems sorgte dafür, dass die dortige Einwohnerzahl für kurze Zeit mehr als verdoppelt wurde…

Das thüringische Team reiste mit insgesamt 55 Teilnehmern aus den Sportarten Fußball, Karate, Cheerleading, Handball, Kegeln, Badminton sowie Tischtennis an und stellte somit die größte Delegation zu diesem Event.

Auch der Thüringer Karateverband war vertreten. Der Jugendvorstand der Thüringer Karatejugend um Vico Köhler nutzte diese Veranstaltung, um einige Karatekas auszuzeichnen und um – gerade diese – einmal „in den Urlaub zu schicken“. Nach den Vorschlägen der thüringer Karatevereine wurden für ihr Engagement in Sachen Karate ausgezeichnet:
• Juliane Wagner, Banzai Hirschberg
• Melanie Ullrich, Bushido Trusetal
• Kathy Zschörnig, Kyffhäuser Karate Dojo
• Wieland Freyer, Musashi Weimar
Danke! Und: Weiter so!

Am ersten Tag startete man vormittags gemeinsam in Erfurt und fuhr mit dem Bus gen Norden. Dort angekommen ging es an die Zimmervergabe. Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten und man sich beim Abendessen in der Unterkunft gestärkt hatte, begann die offizielle Eröffnung der Veranstaltung. Als erstes musste in willkürlich zusammengestellten Gruppen eine „Hausralley“ absolviert werden, bei der das Haus und die Umgebung erkundet wurden. Das Kennenlernen der Teilnehmer stand hierbei im Vordergrund.

Nach dem Frühstück am zweiten Tag gab es die offizielle Eröffnung, die mit dem Einmarsch der einzelnen Bundesländer und einer „Fahnenzeremonie“ zelebriert wurde. An diesem Morgen wurde allen zum ersten Mal das gesamte Ausmaß der Teilnehmerzahl bewusst, da alle Teilnehmer auf dem offiziellen Foto Platz haben mussten. Dennoch gelang es, in Rekordzeit 250 Jugendliche und Betreuer auf einem Foto zu arrangieren.

In der Folge veranstaltete man in den einzelnen Sportarten einen kleinen sportlichen Vergleich. Die Sportstätten hierzu waren auf die gesamte Umgebung von Salem verteilt und die Teilnehmer wurden Grüppchenweise mit Bussen dorthin gebracht. Es waren insgesamt viele interessante und spannende Begegnungen an diesem Tag zu sehen, der Spaß und das Miteinander war überall zu erkennen und vor allem zu spüren. Die Thüringer Karatekas beendeten ihre Kämpfe allesamt auf dem Siegerpodest.

Am Freitag stand ein Exkursionstag auf dem Programm. Früh versammelten sich alle Teilnehmer zur Abfahrt mit den Bussen in Richtung Stralsund.
Dort angekommen, stattete die Gruppe einen Besuch der anderen Art im Theater der Stadt Stralsund ab. Die Sportjugend der Stadt Stralsund ließ es sich nämlich nicht nehmen, die Teilnehmer des Sportjugendländertreffens zu begrüßen und wartete dort mit einem Showprogramm auf. Eine Kindertanz- und eine Zirkusgruppe führten ihr aktuelles Repertoire vor.

Weiter ging es in der Hansestadt mit einer Erkundung der Weltmeere im Ozeaneum. Diese erst 2008 neueröffnete Sehenswürdigkeit Stralsunds begeisterte alle gleichermaßen. Es gab verschiedenste Meerestiere, Aquarien sowie Modelle zu bestaunen und den Tönen der Wale zu lauschen. Abgerundet wurde dieser Tag mit einer Schifffahrt quer durch den Hafen Stralsunds.

Wieder zurück in Salem, waren dann 200 Thüringer Rostbratwürste, die von der Thüringer Delegation als Gastgeschenk überbracht wurden, ein willkommener Schmaus.

Am Samstag wurden ganztägig Workshops veranstaltet. Das Org-Team der Sportjugend Mecklenburg-Vorpommern hatte sich Einiges einfallen lassen. Die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter, Betreuer sowie Helfer sorgten dafür, dass Langeweile gar nicht erst aufkam. Es gab eine große Auswahl zwischen den verschiedensten Workshops, wie z. B. Capoeira, Speedminton, eine Kanutour, Selbstbehauptung, Fechten oder Cocktails mixen, um nur einige zu nennen. Alle Teilnehmer waren voller Begeisterung und die Workshops waren voll besetzt.

Am Abend startete dann die große Abschlussveranstaltung mit den Länderbeiträgen. Das Rahmenprogramm beinhaltete z. B. kleine Theaterstücke, Tanzvorführungen oder Quizze. Ein Höhepunkt der Party war die Präsentation des eigens für diese Veranstaltung gedrehten Films.

Am Sonntagmorgen hieß es dann Abschied nehmen. Nach einem kurzen Frühstück machten sich die Teilnehmer wieder auf dem Nachhauseweg. Mit vielen Eindrücken, tollen Erlebnissen und neu gefundenen Freunden kehrten die Jugendlichen vom Treffen in Salem in ihre Heimatvereine zurück.

Das nächste Sportjugendländertreffen wird im kommenden Jahr im thüringischen Bad Blankenburg stattfinden. Die diesjährigen Teilnehmer waren sich dazu alle einig: „Die Veranstaltung war super und wir würden jederzeit wieder teilnehmen!“.

Vico Köhler

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