EM der Regionen 2010 in Warschau

In der polnischen Hauptstadt Warschau fanden vom 29.-30. Mai 2010 die 8. Europameisterschaften der Regionen statt. Insgesamt 59 Regionen, von A wie Andalusien (Spanien) bis Z wie Zachodniopomorskie (Polen), aus 23 Ländern und mit 578 Wettkämpfern, nahmen an dieser Veranstaltung teil.

Bei den Wettbewerben der Leistungsklasse waren aus DKV-Sicht mit Thüringen (Kata-Team Damen), Rheinland-Pfalz (Kumite-Team Damen) und dem Saarland (Kumite-Team Herren) drei amtierende Deutschen Meister der Länder und viel versprechende Teams am Start. Desweiteren waren mit Horst Schuler, Nicolo di Grigoli und Mitja Suck drei DKV-Kampfrichter sowie die Sybille Godeck als betreuende Ärztin, Mitglieder der DKV-Delegation.

Besonders das Kata-Team aus Erfurt, das im vergangenen Jahr den Vize-Europameister-Titel erreichen konnte, hatte sich für Warschau viel vorgenommen. Franziska Krieg, Denise Pawlowski und Sabine Schneider sowie die Coaches Andreas Kolleck und Thorsten Wolf können auf eine wirklich lange und erfolgreiche Karriere bei der EM der Regionen zurückblicken. Jede der vergangenen acht ausgetragenen Europameisterschaften wurde mit einem Thüringer Kata-Damen-Team in den Poollisten zu komplettiert. Doch der einfache Fakt dabei zu sein, war dem Thüringer Kata-Trio natürlich viel zu wenig.

Das bewiesen Sabine, Franziska und Denise gleich zum Auftakt der EM bravourös, indem sie ihre Kontrahentinnen aus der Toskana mit 5:0 förmlich von der Tatami fegten. Ihre Goju-Shio-Sho überzeugte nicht nur alle Kampfrichter sondern auch die zahlreichen Zuschauer in der Arena Warszawa. In der zweiten Runde galt es dann, gegen die Mannschaft aus Zagreb, das Ticket für das Finale zu lösen. Die Kroatinnen legten mit Kata Unsu vor und auch die Thüringerinnen zeigten diese Kata, die eine der schwierigsten im Shotokan ist.

Die Erfurterinnen hoben sich dabei im direkten Vergleich mit dem Team aus Kroatien durch perfekte Synchronität, überzeugende Technik und Dynamik ab. Folgerichtig zeigte das Kampfgericht fünf Flaggen zu Gunsten des deutschen Teams. Somit war Thüringen auch 2010 das Final-Abonnement nicht zu nehmen und das Fachpublikum konnte sich auf ein weiteres Duell mit den Dauer-Rivalinnen aus Valencia/ Spanien freuen.

Das Highlight am zweiten Tag der EM der Regionen, dem Final-Tag, war aus deutscher Sicht natürlich das Kata Finale der Damen. Nachdem die Spanierinnen stark vorgelegt hatten, war es an den Thüringerinnen, die Kampfrichter von sich zu überzeugen. Mit einer blitzsauberen Goju-Shio Dai und deutlich realistischerem Bunkai wussten Sabine, Franziska und Denise wirklich zu überzeugen. Dass es dann bei dem denkbar knappen 2:3-Votum der Kampfrichter doch nicht ganz zum erträumten Titel reichte, war zwar schade, tat aber der Freude über diese tolle Leistung überhaupt keinen Abbruch. Zwei absolute Top-Mannschaften auf Augenhöhe zeigten Karate auf Spitzen-Niveau. Das sahen auch alle Zuschauer so und bejubelten beide Finalisten frenetisch.

„Es ist natürlich schade, dass wir den Titel verpasst haben, gerade weil es dieses Mal so knapp war. Trotzdem freuen wir uns natürlich riesig über die Silbermedaille.“, resümierte der Thüringer Kata-Landestrainer Andreas Kolleck nach der Siegerehrung.

Christian Grüner

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