Vom 27. April bis 2. Mai 2012 weilte eine Delegation des F.F. Karaté, aus dem französischen Städtchen Mamirolle Saône, aus dem Raum Besancon, in Hirschberg an der Saale. Eingeladen vom Jugend- und Schulsportreferenten des Thüringer Karateverbandes, Vico Köhler, als Antwort auf die Begegnung in Besancon vor reichlich einem Jahr, besuchten diesmal die Franzosen die Thüringer Karatejugend und wohnten im Dojo des Banzai-Karate E.T. Hirschberg/Saale e.V.


Im Mittelpunkt der Begegnung stand das gemeinsame Kennenlernen und Vertiefen bereits bestehender Freundschaften. Hierzu stellte der Thüringer Karateverband ein Programm auf, gespickt mit Höhepunkten und Überraschungen, Primärziel dieses Projektes war es jedoch, den interkulturellen Austausch innerhalb der beiden Regionen zu fördern. Weitere Ziele waren:

  • die Sprache des Partners zu entdecken
  • an einem regionalen, kulturellen Entdeckungsprogramm teilzunehmen
  • der Austausch über pädagogische Mittel bei der sportlichen Jugendarbeit

Nach kurzer, intensiver aber akribischer Vorbereitung fand der Jugendaustausch statt. Sportsachen waren Nebensache, obwohl die Gast-Karateka doch gespannt darauf waren, was ihre deutschen Gastgeber an Trainingsmöglichkeiten präsentieren würden. So berichtete man ihnen über die Strukturen des Leistungssportes im LSB Thüringen und im Thüringer Karateverband.

Dass Thüringen eine wechselvolle Geschichte besitzt, das war den Mitgereisten bekannt. Schließlich hatten sich die Jugendlichen in der Vorbereitung der Fahrt mit der Thematik beschäftigt. Auch mit der Sprache hatte sich so manch einer auseinandergesetzt, doch waren alle froh darüber, dass bei den angereisten Franzosen ein „Deutschexperte“ dabei war.

Mit vormittäglichen interaktiven Veranstaltungen zur deutschen Sprache und durch die Begegnungen mit den deutschen Jugendlichen wurden Hemmschwellen schnell abgebaut. Die Nachmittage gehörten u. a. der Kultur und der Besichtigung Thüringens.
Ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten war zweifellos der Besuch der Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald. Vico Köhler, Jugendreferent des Thüringer Karateverbandes, führte die Gruppe und verstand es sehr gut, nicht nur anschaulich von den Verbrechen während und nach der Nazidiktatur zu berichten, sondern die Kinder und Jugendlichen beider Nationen für die Gefahren heutiger rechtsradikaler und antisemitischer Ideen und Gedanken zu sensibilisieren und klar dagegen Stellung zu beziehen. Vico leitete die Delegation weiterhin auf den Spuren Goethes und Schillers durch Weimar; Weimar – Licht und Schatten…

André Jäkel führte die Delegation durch die Landeshauptstadt Erfurt. Die Gäste interessierten sich insbesondere für die historische Altstadt.

Das der Austragungsort mit Hirschberg/Saale bestimmt war, kam nicht von ungefähr. Im Vorfeld des Jugendaustausches wünschten sich die Gäste, etwas über den Kalten Krieg und die deutsche Wiedervereinigung zu erfahren. Zu diesem Zwecke wurden in Hirschberg/S. das Deutsch-Deutsche-Museum und die Grenzanlagen besichtigt.

Grillen und ein kleines Benefiz-Volleyball-Turnier bei dem die französischen Freunde zur Teilnahme nach Bad Lobenstein eingeladen wurden und sofort und bereitwillig eine eigene Mannschaft anmeldeten, ließen auch sonst keine Langeweile aufkommen.

Ein Tag unterwegs in Hirschberg und seiner wunderbaren Umgebung mit Besuch der „Langen Bank“ im Hirschberger Hag trug ebenso zur Festigung der neuen Beziehung und Freundschaft bei, wie die originale Thüringer Rostbratwurst und das Thüringer Rostbrätl am Maifeuer.

Die Thüringer Karatejugend bedankt sich bei den Ausrichtern, allen fleißigen Helfern und Unterstützern für ihr teils großzügiges Engagement und hofft, dass es auch weiterhin zahlreiche Wiederholungen in beiden Ländern gibt.

Bei der Abreise versicherten die Franzosen übrigens, im Jahr 2013 genauso gute Gastgeber zu sein.

Frank Teuchert

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